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    Ruhestand für Kantorin Gabriele Urbanski

    Kirchenmusikalisches Gesicht der Johannesgemeinde

    Thomas SchäfferGabi Urbanski in ihrem Element: Inmitten ihrer vielen Sängerinnen und Sänger fühlt sich die Kirchenmusikerin am wohlsten.

    Mitte Februar feierte sie ihr 20. Dienstjubiläum in der Johannesgemeinde, nun tritt Gabriele Urbanski in den Ruhestand. Am Sonntag, 28. April, um 16 Uhr lädt die Gemeinde zum Abschiedsgottesdienst in die Neu-Isenburger Johanneskirche, Friedrichstraße 94, wo die engagierte Kantorin seit Anfang 2004 wirkte.

    Den Gottesdienst halten die beiden Pfarrerinnen der Johannesgemeinde Barbara Friedrich und Silke Henning zusammen mit Dekan Steffen Held. Für die musikalische Gestaltung sorgen die Chöre der Gemeinde ein letztes Mal unter der Leitung ihrer langjährigen Kirchenmusikerin. Im Anschluss laden Gemeinde und Dekanat zum Empfang ein.

    „Gabi Urbanski hat mit ihrer Freude und Leidenschaft an der Musik weit über die Grenzen Neu-Isenburgs hinaus immer wieder Menschen begeistert und mitgerissen und damit die Kirchenmusik in unserer Region in besonderer Weise geprägt“, lobt Dekan Steffen Held. „Wir werden sie und ihre Schaffenskraft sehr vermissen.“

    Musikalischer Spätzünder

    Dabei sei sie eigentlich „ein musikalischer Spätzünder“ gewesen, gibt Urbanski augenzwinkernd preis. Geboren und aufgewachsen in Wiesbaden, kam sie erst als 13-Jährige mit der Kirchenmusik in Berührung. Ihr drei Jahre jüngerer Bruder nahm sie mit zum Kinderchor der katholischen Gemeinde St. Elisabeth, wo Kirchenmusikdirektor Herbert Heine sofort ihre Begeisterung weckte. Sie nahm Blockflötenunterricht, trat in den Kinder- und Jugendchor der Gemeinde ein und bald darauf auch in den Kirchenchor. „Es stand ein großes Konzert bevor, und ich wollte das ‚Te Deum‘ von Zoltán Kodály unbedingt mitsingen“, erinnert sie sich.

    „Der Kantor war mir ein großes Vorbild, er hat mich mit seiner Arbeit so beeindruckt, dass ich mit 14 beschloss, auch Kirchenmusikerin zu werden“, sagt sie. Doch für die Aufnahmeprüfung musste sie Klavier und Orgel vorspielen – was sie beides noch nicht beherrschte. Heine setzte sich dafür ein, dass ihre Eltern ein Klavier anschafften und gab ihr in der Zwischenzeit Unterricht in Musiktheorie. Dergestalt beflügelt, begann sie als 15-Jährige mit dem Klavierspielen, zwei Jahre später folgte der Orgelunterricht. Hoch motiviert, übte die Jugendliche in jeder freien Minute und studierte nach dem Abitur ab 1977 Kirchenmusik an der Frankfurter Musikhochschule. Nach der A-Prüfung im Jahr 1982 schloss sie ein Studium der Musikpädagogik an. Zeitgleich arbeitete sie nebenamtlich als Kirchenmusikerin in der Gemeinde St. Elisabeth in Darmstadt, wo sie einen Kinder- und Jugendchor aufbaute und den Kirchenchor leitete. Parallel dazu gab sie Klavierunterricht an der Musikschule Darmstadt-Dieburg.

    Repertoire von Gospel bis Sinfonie

    Am 15. Februar 2004 nahm sie ihre Tätigkeit als Kantorin in Neu-Isenburg auf – zunächst mit halber Stelle an der Johannesgemeinde und in den ersten Jahren mit einem zusätzlichen Stellenanteil an der Evangelisch-Reformierten Gemeinde Am Marktplatz, später kam noch ein Dekanatsanteil hinzu. In der Johannesgemeinde leitete sie nicht nur den Kirchenchor, zu dessen erster Probe 14 Leute kamen – heute gehören ihm rund 40 Sängerinnen und Sänger an. Mit Chor, Orchester und Solisten bereitete sie Konzerte vor, die Musikliebhaber in Scharen auch bei widrigsten Witterungsbedingungen in die Johanneskirche zogen, darunter das Mozart-Requiem, das Oratorio de Noël von Saint-Saëns, Haydns „Schöpfung“ und im vergangenen Jahr der „Lobgesang“ von Mendelssohn-Bartholdy.

    Sie baute den Kinder- sowie den Jugendchor auf und hob einen Projektchor aus der Taufe, mit dem sie ein Repertoire von Gospel bis John Rutter zur Aufführung brachte. Häufig arbeitete sie mit dem Posaunenchor unter Leitung von Torsten Irion zusammen, so bei den Bibelsinfonien. Unvergesslich blieben den Kirchenbesuchenden die Weihnachtskonzerte mit allen Ensembles der Gemeinde. Das Musizieren im Gottesdienst betrachtet sie als „das Herzstück der Kirchenmusik“, an dem je nach Anlass jede Gruppe mitwirkt.

    Kindermusicals und Musikfreizeiten

    Die Musikbegeisterte sang mit den Kita-Kindern der Johannesgemeinde, baute den Spatzenchor auf, der aktuell zwei Gruppen mit jeweils 15 Kindern umfasst, und besuchte mit dem von ihr gegründeten Kinderchor regelmäßig die vier Seniorenheime der Hugenottenstadt zum gemeinsamen Singen.  Daneben realisierte sie Kindermusicals mit geistlichem wie weltlichem Hintergrund und führte gemeinsam mit Dekanatsjugendreferent Carsten Preuß Singe-Freizeiten für Kinder und Jugend-Musikfreizeiten durch.

    Menschen für’s Singen begeistert

    „Über 20 Jahre war sie das Gesicht der Kirchenmusik in unserer Gemeinde - ein Gesicht mit verzauberndem Ausdruck und einem vielfältigen Minenspiel“, äußert sich Brigitte Jahn-Lennig, Kirchenvorsteherin der Johannesgemeinde. „Mit liturgischer Sicherheit wählte sie die Präludien und Postludien auch für den ‚gewöhnlichen‘ Sonntagsgottesdienst. Ihre besondere Fähigkeit ist es, Menschen von vier bis 94 Jahren für das Musizieren und vor allem das Singen zu begeistern. Für ihr selbstloses Wirken sind wir ihr unendlich dankbar.“

    Die Ahrend-Orgel der Johanneskirche liegt der Vollblut-Kantorin sehr am Herzen. 2023 feierte sie mit anderen Musizierenden vor großem Publikum das 50-jährige Jubiläum dieses Instruments, dessen Klang sie nach wie vor begeistert. Sie initiierte Orgelkonzertreihen, Orgelnächte, Orgelführungen für Schulklassen und Kita-Kinder und sogar Studienreisen nach Leer zur ostfriesischen Orgelbauwerkstatt. Drei Schülern erteilte sie zuletzt Unterricht an der Königin der Instrumente, außerdem gab sie mit Dekanatskantorin Claudia von Savigny Chorleitungskurse für nebenamtliche Chorleiter. „Es ist mir ein Anliegen, die selbst erfahrene Förderung weiterzugeben“, beschreibt sie ihre Motivation.

    Gemeindeübergreifende und Dekanats-Projekte

    Von Anfang an verfolgte sie auch vielfältige gemeindeübergreifende Projekte. Seien dies musikalische Aktivitäten in der Gemeinde Am Marktplatz, in Gravenbruch und bei den Abendandachten in der Schlosskirche Philippseich oder ökumenische wie in der Zusammenarbeit mit der katholischen Regionalkantorin Regina Engel. Hinzu kamen Chortreffen am Sonntag Kantate sowie Dekanats-Chorprojekte, die sie gemeinsam mit Claudia von Savigny und Elvira Schwarz im Kirchenkreis realisierte, seit der Fusion 2021 auch mit den Kollegen aus dem Ostkreis, Dorothea Baumann und Christian Müller.

    „Im Zusammenspiel mit allen Dekanatsmusiker*innen stellte sie eine tragende Säule für die Gestaltung der Projektchöre im Dekanat Dreieich-Rodgau dar,“ lobt Dr. Rainer Hollmann. Gerne erinnert sich der stellvertretende Präses, der im Dekanat für die Kirchenmusik verantwortlich ist, an die Openair-Aufführung der Gospelmesse „Missa Parvulorum Dei“ in der Abendsonne vor eindrucksvoller Kulisse der Burg Hayn. 

    Kulturpreis der Stadt Neu-Isenburg

    Auch auf vielfältige Kooperationen mit der Stadt Neu-Isenburg blickt sie zurück. So wirkte sie mit bei den von der Stadt geförderten „Neu-Isenburger Kirchenklängen“ und bereicherte Ausstellungseröffnungen und das Projekt „Musik an ungewöhnlichen Orten“ mit Chorgesang. Mit dem Kinderchor beteiligte sie sich regelmäßig beim „Musikstern“. Sie machte mit bei der musikalischen Gestaltung von „Eine Stadt macht Geschichte“ und leitete im Rahmen des Chortages 2019 das Offene Singen in der Hugenottenhalle. Derlei Aktivitäten blieben nicht verborgen, und im Jahr 2017 wurde sie mit dem Kulturpreis der Stadt Neu-Isenburg ausgezeichnet – eine Ehrung, mit der sie selbst nie gerechnet hätte.

    Generationsübergreifende Arbeit

    „Die musikalische Arbeit mit Menschen aller Altersgruppen hat mir immer sehr viel Freude bereitet“, sagt sie und erzählt von Mitgliedern im Jugendchor, die – angefangen beim Spatzen- über die Kinderchöre – inzwischen seit 14 Jahren bei ihr singen. Der Abschiedsgottesdienst markiert eine Zäsur: Ab Mai werden die Neu-Isenburger auf die rührige Kirchenmusikerin verzichten müssen. Ihre Stelle ist ausgeschrieben – eine Hälfte des Stellenanteils in Neu-Isenburg, mit den anderen 50 Prozent wird sich ihre Nachfolge der Kirchenmusik im Rodgau widmen.

    Gabi Urbanski freut sich, künftig Zeit zu haben für ihre Familie und ihre Freunde Die 65-Jährige hat zwei Kinder und vier Enkel, für die sie nun verstärkt da sein möchte. Sie wohnt in Messel und genießt es, draußen in der Natur zu sein, mag Wandern und Radfahren. Auch liest sie leidenschaftlich gern und ist kulturbegeistert, liebt Museen, Theater, Konzerte und die Oper.

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