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    Erste Präsenzandachten

    Zaghafte Öffnung mit viel Verantwortung

    (c) Dekanat / C. WeiseBuch, Desinfektionsmittel und Kerze sind auf einem Tisch im Eingang der KircheDesinfektionsmittel bei ersten Andachten

    Es ist ein Bild und ein Gefühl, an das man sich erst gewöhnen muss. Am Wochenende haben die ersten Evangelischen Kirchengemeinden ihre Kirche für „analoge“ Andachten und Gottesdienste geöffnet. So auch in Heidenrod auf dem Altenberg und in Laufenselden. „Es geht nur über das Ausprobieren ob und wie das geht“, betont Pfarrerin Nikola Züls.

    Am Eingang wird man freundlich empfangen. Händedesinfektion und Namen werden notiert. Anschließend führt einem ein Mitarbeiter der Kirchengemeinden an seinen Platz. Alle haben ihre Mund-Nasen-Masken mitgebracht und behalten sie auch während des Gottesdienstes auf. Pfarrerin Nikola Züls sitzt im weiten Altarraum alleine auf einem Stuhl mit ihrer Gitarre. Die Orgel erklingt derweil auf dem Altenberg, wo Pfarrerin Ines Flemmig zeitgleich zum ersten Mal nach acht Wochen die Kirchentüren für eine Andacht öffnet.

    In Laufenselden sind ein Dutzend Personen gekommen. Als ein Paar die Kirche betritt, achten die Mitarbeitenden darauf, dass aufgrund der Hygienebedingungen zwei Bänke weiter hinten auch noch freibleiben müssen. „Die Masken zu tragen ist komisch, aber das mit den Abständen eigentlich nicht“, sagt Nikola Züls schmunzelnd. „Sonst setzen wir uns ja gewöhnlich freiwillig auf Abstand.“

    Erste Öffnung ausgerechnet am Sonntag „Kantate“

    Der Sonntag heißt „Kantate“ und hat viel mit Singen zu tun. Das macht Züls ganz alleine. Ihre klare Stimme erfüllt den Kirchenraum. Für einige ist es sehr ungewohnt nicht mitsingen zu dürfen. Hier und da summt jemand ganz leise mit.

    Aber Corona ist nicht das alleinige Thema in diesem Gottesdienst. Züls erinnert in ihrer Predigt an das Ende des zweiten Weltkrieges vor 75 Jahren. „Das bedeutet 75 Jahre Frieden und angesichts dieser Tatsache werde ich bescheidener“, sagt Nikola Züls. Als Nachkriegskind kenne sie nur Frieden mit zunehmenden Wohlstand. „Und was sind schon neun Wochen Corona gegenüber 12 Jahren Terrorregime der Nazis?“ fragt sie in den Gottesdienstraum.

    Die Pfarrerin erinnert in diesen besonderen Zeiten an Menschen, denen es deutlich schlechter gehe. Etwa den Kindern im Kinderheim in Sri Lanka, in der Partnergemeinde der Kirchengemeinde. Das Essen werde knapp, weiß Züls von dort zu berichten. Angesichts der Situation brechen Spendern weg, deshalb der Aufruf am Ende des Gottesdienstes für die Kinder zu spenden. „Mit ein paar Euro bekomme ich die Kinder schon eine Weile satt“, weiß Züls.

    Kirche als Ort der Hoffnung

    Sie erinnere sich noch gut daran, wie man vor neun Wochen unter Tränen den letzten analogen Gottesdienst gefeiert habe. Nicht wissend, wie es weitergehe.

    „Heute öffnen wir wieder. Die Kirchen sind ein Ort der Hoffnung“, betont Nikola Züls. „Ein Zeichen, dass Gott unter uns wohnt, dass immer noch einer mehr dabei ist.“ Auch 75 Jahre Frieden gehe nicht alleine. „Dafür brauche ich Gott“, ist die Seelsorgerin überzeugt.

    Nach dem Segen geht es im Einbahnstraßensystem nach draußen. Vorbei am Waschbecken und der Händedesinfektion. „Mir tut es gut, wieder eine Andacht in der Kirche zu feiern“, betont ein Besucher. Das mit dem Gesang sei auch gar nicht so anders gewesen, als sonst, sagt er schmunzelnd. „Danke für das wunderschöne Erlebnis“, freut sich eine andere Besucherin. Andere haben die Orgel vermisst, einer anderen Besucherin sei es schwer gefallen, nicht mitsingen zu können. Darauf erwidert Pfarrerin Nikola Züls: „Wir können dafür innerlich mitsingen, auch dann klingt etwas in mir.“

    Weitere Präsenzgottesdienste in der Erprobung

    In den kommenden Wochen versuchen auch andere Kirchengemeinden eine zaghafte Öffnung. So etwa am kommenden Sonntag (17. Mai) in Holzhausen, Kemel, Kettenbach, Dickschied, Zorn, Strinz-Trinitatis und Esch. Meist sind es Andachten, die dort gefeiert werden. Von „richtigen“ Gottesdiensten oder solchen, wie man es bislang gewohnt ist, möchte niemand sprechen.

    An Christi Himmelfahrt feiert man in Reinborn oder Glashütten zunächst eine Freiluftandacht. Andere Gemeinden beginnen an Pfingsten oder dann im Juni mit ersten "neuen" Gottesdiensten.

    In Laufenselden und auf dem Altenberg finden an den kommenden Sonntagen zunächst weiter um 10 Uhr Andachten „im Ausprobiermodus“ statt. Die Kirchen sind für das stille Gebet in der Region jetzt vermehrt geöffnet.

    In den 52 Evangelischen Kirchengemeinden des Dekanats Rheingau-Taunus zeigen sich die Kirchenvorstände derzeit verhalten, was das Feiern von Gottesdiensten unter den strengen Hygiene-Richtlinien anbelangt. Neben dem Schutzkonzept, das erarbeitet werden muss, befürchten die Kirchenvorstände, Personen ausschließen zu müssen, wenn in den Kirchen nur zwischen vier und (in den größten Kirchen maximal) 50 Personen teilnehmen dürfen. Zum Anderen werden das Tragen von Mundschutz und fehlender Gesang als Hindernisse angesehen, wirklich Gottesdienste feiern zu können.

    So werden in vielen Gemeinden die sehr erfolgreichen Video-Andachten weiter geführt, ebenso die Newsletter oder die Auftritte in den sozialen Medien.

    Auch die zahlreichen analogen Angebote, wie das Verteilen von Andachtstexten, Newslettern, Gemeindebriefen oder die verstärkten Telefonate mit älteren und einsamen Menschen sowie die „Gespräche über den Gartenzaun“ bleiben bestehen.

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