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    Ortstermin am Kreiskrankenhaus

    Pflege und Klinikseelsorge in der Pandemie

    bbiewOrtstermin am Kreiskrankenhaus - ohne Maske, aber mit Abstand

    Pflegekräfte können nicht ins Homeoffice gehen, ihr Dienst erfolgt nah am Patienten. Der Dekan des Evangelischen Dekanats Bergstraße Arno Kreh hat den Mitarbeitenden des Kreiskrankenhauses in Heppenheim für ihren Einsatz in der Corona-Pandemie gedankt.

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    Bei einem Ortstermin im Freien vor dem Krankenhaus, den die beiden Klinikseelsorgerinnen Pfarrerin Steffi Beckmann und Pfarrerin Silke Bienhaus organisiert hatten, lobte Pflegedienstleiter Rayk Oemus die hochprofessionelle Arbeit der Pflegenden. Zu Beginn der Pandemie sei die Unsicherheit vor dem neuen Virus groß gewesen. Niemand habe gewusst, wohin die Reise gehen werde. „Wir haben die Regelungen immer wieder an die neue Situation anpassen müssen. Was erschreckend ist, dass wir uns an so viele Dinge gewöhnt haben: keine gemeinsamen Pausen, keine Feiern, keine Gemeinschaft. Es ist beeindruckend, wie alle Pflegekräfte dies seit einem Jahr managen.“

    "Das ist mein Dienst"

    Pfarrerin Steffi Beckmann sprach von einem „Privileg“ als Seelsorgerin auf die Stationen gehen und auch sterbende Patienten auf ihrem letzten Weg begleiten zu können. „Als die Anfrage kam, eine Witwe auf die Covid-Station zu begleiten, habe ich zugesagt, mit dem nötigen Schutz. Wir hatten die gleiche Schutzkleidung wie die Pflege. Die Seelsorge ist mein Auftrag. Das ist mein Dienst. Und Aussegnungen gehören dazu.“ Ihr katholischer Kollege Dr. Bernhard Deister ergänzte, dass das Kreiskrankenhaus alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe, Seelsorge zu ermöglichen. Einschränkungen hat es nach Angaben der Klinikseelsorge durch den gebotenen Abstand gegeben. Unter normalen Umständen sei Sterbebegleitung in der Regel mit Körperkontakt verbunden. Durch die Schutzkleidung sei zudem die Mimik, die bei manchen seelsorglichen Gesprächen wichtig sei, für die Patienten nicht gut erkennbar.

    "Das kann man nicht einfach ablegen"

    Ursula Fechler, stellvertretende Leitung der Covid-Station und seit 30 Jahren in der Krankenpflege tätig ist, betonte, dass sie solche Herausforderungen, wie die, vor die sie auf der Covid-Station gestellt war, zuvor noch nie erlebt habe. „Das Schlimmste war, dass zu Beginn der Pandemie Menschen im Sterben lagen, die von ihren Angehörigen nicht besucht werden konnten. Das Leid dieser Familien kann man nicht einfach so ablegen.“ Begleitung durch die Seelsorge könne hier entlastend wirken, sowohl für die Mitarbeitenden als auch für die Familien.

    "Wir telefonieren viel mehr"

    Dass Besuche von außen angesichts der gerade für ein Krankenhaus notwendigen Hygienemaßnahmen nur in sehr begründeten Ausnahmefällen möglich seien, bedauerten alle am Gespräch Beteiligten. Selbst die „Grünen Damen“, die sich seit Anbeginn des Kreiskrankenhauses für den ehrenamtlichen Besuchsdienst engagieren, dürften die Klinik nicht betreten. Mehr als vor der Pandemie dient die Klinikseelsorge als Brücke zwischen Patienten und Familien. „Wir telefonieren viel mehr mit Angehörigen, denn es macht einen Unterschied, wie eine „Nicht-Medizin- oder Nicht-Pflegeperson“ über das Befinden von Kranken berichtet“, erklärte Pfarrerin Silke Bienhaus

    "Menschen nicht allein lassen"

    Auch in den besonders schutzbedürftigen Bereichen sei die Kirche in der Pandemie präsent, betonte Dekan Arno Kreh. „Seelsorge im Krankenhaus gehört zu unseren Kernaufgaben, ganz gleich unter welchen Bedingungen und Voraussetzungen. Wir werden und können die Menschen nicht allein lassen.“ Die Klinikseelsorge versteht sich als Seelsorge im Krankenhaus sowohl für die Kranken und Angehörigen als auch für die Mitarbeitenden. In der Pandemie, darin waren sich alle Beteiligten bei dem Ortstermin einig, habe sich gezeigt, wie gut sich Seelsorge und Pflege ergänzen.

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