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    Pädagogik-Profesoras auf Studienreise in Hainburg

    privatSieben chilenische Erzieherinnen und Grundschullehrerinnen machten auf ihrer Europa-Studienreise in Sachen Pädagogik unter anderem in Hainburg Station.

    Erzieherinnen und Lehrerinnen aus Chile lernen in der Evangelischen Kindertagesstätte „Am Kiefernhain“ den Situationsansatz kennen.

    privatLandestypische Geschenke aus Chile - die müssen natürlich gleich ausprobiert werden...

    Auf einer vierwöchigen Exkursion durch Europa machte eine Gruppe von 20 Profesoras (Erzieher*innen und Grundschullehrer*innen) aus der Gemeinde Maria Pinto in der Nähe der Hauptstadt Santiago de Chile Station in Deutschland, um mehr über das pädagogische Konzept des Situationsansatzes zu erfahren. Die Reise führte sie nach Berlin in das Institut für den Situationsansatz (ISTA), das Paolo-Freire-Institut (PFI) - und in die Evangelische Kindertagesstätte "Am Kiefernhain" in Hainburg.

    Um Kita-Praxis vor Ort zu zeigen, besuchten jeweils sieben südamerikanische Pädagoginnen drei führende Einrichtungen in Hessen. In Weiterstadt, Eppertshausen und Hainburg erlebten sie den Alltag in den Situationsansatz-Kitas mit.

    Kinder und Erzieherinnen der Kita "Am Kiefernhain" hatten den Besuch gespannt vorbereitet: So waren es auch einige Kinder, die die erste Führung durchs Haus unternahmen. Die Profesoras und die Leiterin des Paolo-Freire-Instituts, Dr. Ilse Schimpf-Herken, nahmen am Alltag teil und beobachteten unter anderem Begrüßungssituationen, das Spiel der Kinder, Mittagessen und Ruhephasen.

    Besonders beeindruckt zeigten sich die Fachfrauen von der Selbstständigkeit der Kinder: „von dem, was sie alles entscheiden können, über Partizipation und demokratische Umgangsformen“, berichtet die Leiterin der Kindertageseinrichtung, Karola Bicherl. „Sie waren begeistert darüber, wie ihnen Kinder, die nicht ihre Sprache sprechen, offen gegenübertraten und Wege der Kommunikation fanden.“ Selbstverständlich erklärten die Kinder, wie die Spielgeräte im Turnraum und im Garten funktionieren und probierten sie gemeinsam mit den Gästen aus Südamerika aus; die Kinder führten vor und die Profesoras machten es ihnen nach. „Alle waren Lehrende und Lernende zugleich."

    Die chilenischen Gäste hatten aus ihrem Heimatland drei Fingerpuppentiere - den Condor, den Schwan und das Lama - mitgebracht. Sie erzählten eine Geschichte über die Freundschaft der drei Tiere in der Bibel-AG der Kindertagesstätte. „Dort werden in unserer Kita biblische Geschichten mit Kindern erzählt, die die Interessen der Kinder in aktuellen Situationen aufgreifen“, erklärt Mascha Fertig, die stellvertretende Leiterin der evangelischen Kita. „So passte diese Geschichte wunderbar zu dem derzeitigen Thema der Kinder.“

    Bei der Verabschiedungsfeier für die künftigen Schulkinder waren die Profesoras beeindruckt von der Beteiligung der Kinder und ihrer Familien, die sich im Situationsansatz an den Bedürfnissen der Kinder orientiert. Erstaunt waren die chilenischen Kolleginnen über unser naturnahes Außengelände, die bepflanzten Beete, die Sandkästen, die Holzwerkstatt und die vielen Möglichkeiten, die Kinder zum Forschen und Entdecken haben. In all ihren Einrichtungen ist das Außengelände größtenteils betoniert oder gepflastert. Lernen findet überwiegend drinnen und in Form von Unterricht statt.

    Ilse Schimpf-Herken und die Hainburger Erzieherin Maria Wasserheß übersetzten an den drei Tagen aus dem Spanischen und vermittelten die konzeptionellen Grundlagen, die die stellvertretende Leitung Mascha Fertig ausführte.

    Über die fachlichen Impulse und die täglichen Reflexionsnachmittage hinaus lernten die Kolleginnen aus Chile etwas vom Leben und vom Alltag in der Region kennen. Die Abende waren der Erkundung des kulturellen Umfeldes gewidmet. Geführt vom Kabarettisten Clajo Hermann ging es am Mittwoch in seine Heimatstadt Frankfurt nach einer kleinen Stadtführung in ein alteingesessenes Äppelwoi-Lokal. Am Donnerstag stand Seligenstadt auf dem Programm - mit längerer Verweildauer am Wasserschlösschen und dem wunderschönen Klostergarten.

    Am Freitag ging es dann weiter in die Landrat-Gruber-Schule in Dieburg, Fachschule für Sozialpädagogik, um sich über die Ausbildungswege in Hessen zu informieren und sich mit den Studierenden dort auszutauschen. Voll von neuen Eindrücken und Ideen verließen die chilenischen Gäste am Ende der Woche Hessen, nicht ohne landestypische Geschenke zu hinterlassen und mit ausdrücklicher Einladung, ihre Kitas und Schulen in Maria Pinto zu besuchen.

    Stichwort: Der Situationsansatz

    Der Situationsansatz ist ein anspruchsvolles und modernes pädagogisches Konzept, das den Anforderungen des Lebens in einer Zeit des Wandels, der Veränderung, der Widersprüche, des Risikos, der Verschiedenheit, der Selbstverantwortung gerecht wird. Er hat seine Wurzeln in der Elementarpädagogik und wurde in den vergangenen Jahren auch für andere Bildungs- und Erziehungseinrichtungen adaptiert.

    Der Situationsansatz verfolgt das Ziel, Kinder unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft darin zu unterstützen, ihre Lebenswelt zu verstehen und selbstbestimmt, kompetent und verantwortungsvoll zu gestalten. Inhalt des Lernens und der Bildung ist das vielfältige und widersprüchliche Leben der Kinder selbst, sind ihre Erfahrungen und Fragen, ihre unmittelbaren Erlebnisse und die Herausforderungen, die ihnen dabei begegnen.

    Die Aneignung von Wissen und Können erfolgt durch Teilhabe am realen Leben, in dem Kinder als handelnde Subjekte eine Rolle spielen und in dem die Aneignung von Wissen und Können für sie einen Sinn und eine Bedeutung hat.

    (aus: ISTA Institut für den Situationsansatz, Konzept und Leitbild)

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