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    Winfried Gerlitz in den Ruhestand verabschiedet

    „Marathon-Pfarrer“ sagt Servus

    stkDas einmalige historische Ensemble von Kirche und Pfarrhaus ist dem Pfarrer in den vergangenen Jahrzehnten sehr ans Herz gewachsen.

    Er ist ein wahrer Ausdauersportler. Nach mehr als 31 Jahren in der Erasmus-Alberus-Gemeinde entließ Pröpstin Karin Held Pfarrer Winfried Gerlitz offiziell in den Ruhestand. Von den insgesamt über 37 Jahren in Diensten der hessen-nassauischen Landeskirche hatte Gerlitz die weitaus längste Zeit in Sprendlingen gewirkt. Die Gemeinde kennt den Seelsorger sowohl im Talar als auch im Laufdress.

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    Pfarrerin Karin Held entpflichtete den 66-Jährigen von seinen Aufgaben im Pfarrdienst und würdigte seine langjährige Tätigkeit für die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Nach über 31 Jahren in der Erasmus-Alberus-Gemeinde, so die Pröpstin für Starkenburg,  könne man schon „von einer Ära sprechen, die nun zu Ende geht“. Zahlreiche Gemeindemitglieder bereiteten dem Geistlichen einen persönlichen Abschied. Präses Dr. Michael Grevel und Dekan Steffen Held überbrachten den Dank des Evangelischen Dekanats Dreieich-Rodgau. „Winfried Gerlitz war einst Lehrpfarrer meiner späteren Lehrpfarrerin, Gudrun Stock“, erinnerte sich Held, „und bereits während meines Vikariates habe ich ihn vor fast 20 Jahren als geschätzten Kollegen kennen gelernt.“

    „In all dieser Zeit ist es mir hier nie langweilig geworden, meine Aufgaben waren vielfältig und abwechslungsreich“, stellt Gerlitz fest. „Neben den Taufen, Trauungen, Konfirmationen und Beerdigungen gab es noch etliche andere Aktivitäten, die Gemeinde und Kirchenvorstand stets mitgetragen haben“, blickt der scheidende Pfarrer dankbar zurück. Als besondere Höhepunkte nennt er die Kerbgottesdienste.

    Der musikalische Schwerpunkt der Gemeinde kam seinen Interessen entgegen. Gerlitz trat sofort dem Kirchenchor bei und war später Mitbegründer des Gospelchors „Good News“. Er entwickelte unterschiedliche Gottesdienstformate und sorgte dabei oft selbst mit der Gitarre für die Begleitung.

    Zeitgleich mit dem Theologiestudium hatte Gerlitz mit dem Laufsport begonnen, den er seither Jahrzehnte lang leidenschaftlich ausübte. 1982 startete er zum ersten Mal beim Frankfurt Marathon, viele weitere Marathonläufe folgten. Aus dieser Begeisterung heraus entstanden „Läufergottesdienste“, die über mehr als eine Dekade ein bis zweimal pro Jahr Sportler aus der Umgebung anlockten, um in diesem Rahmen aufzutanken, zu relaxen oder sich persönlich segnen zu lassen. Davon inspiriert, nahm eine Gruppe aus Gemeindegliedern regelmäßig am J. P. Morgan Firmenlauf in Frankfurt teil – ausgestattet mit eigens gestalteten Erasmus-Alberus-T-Shirts.

    Mit Konfirmanden und Jugendlichen gründete er eine Theatergruppe. In diesem Kreis realisierte Gerlitz nicht nur große Aufführungen im Gemeindehaus, sondern verbrachte auch Wanderfreizeiten auf einer Berghütte in Kärnten. 

    Nach einer Ausbildung in Gestalttherapie bot der Theologe in seiner Gemeinde Seminare an, die auf reges Interesse stießen. Dabei ging es etwa um Trauer, Träume, kreativen Umgang mit biblischen Texten und Glaubensfragen.

    Von 1997 an fungierte er mit halber Stelle als Seelsorger an der Untersuchungshaftanstalt in Weiterstadt. Vier Jahre pendelte er hin und her, gründete einen Gefangenenchor und eine Musikgruppe zur Gottesdienstgestaltung im Arrest. Mit dem Wechsel seiner Frau als Pfarrerin in den Schuldienst beendete Gerlitz seinen Dienst als Gefängnisseelsorger und war fortan mit ganzer Stelle in der Gemeindearbeit aktiv.

    Der Einsatz hinter Gittern prägte seine Arbeitsweise: „Seither schreibe ich meine Predigten nicht mehr auf, sondern spreche frei.“ Dabei steht er meist nicht auf der Kanzel, sondern geht – derzeit mit Corona-konformem Abstand – durch die Reihen. „Dabei kann ich besser den Kontakt zu den Zuhörern halten.“

    Gerlitz fungierte als Lehrpfarrer für angehende Theologen und unterrichtete an der Dreieicher Max-Eyth-Schule. Von 2001 bis 2008 führte er am beruflichen Gymnasium im Fach Religion einige Jahrgänge bis zum Abitur. Anschließend engagierte er sich in der Prädikantenausbildung. Seine Lehrtätigkeit empfand er „sowohl als Herausforderung als auch als Bestätigung.“

    Auch den sozialen Medien stand er offen gegenüber. So verfügt die Erasmus-Alberus bereits seit dem 1. Januar 2012 über eine eigene Facebook Seite, die der Pfarrer höchstpersönlich bespielt.

    Als Orientierung diente ihm stets sein Konfirmationsspruch, zugesprochen vom Pfarrer bei der Einsegnung: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten! Der Herr ist meines Lebens Kraft, vor wem sollte mir grauen!“ (Psalm 27). „Das Vertrauen, dass sich alle Dinge irgendwie klären und zum Positiven wenden, deckt sich mit meinem eigenen Erleben.“

    Zur Person: Winfried Gerlitz
    Winfried Gerlitz, Jahrgang 1955, studierte evangelische Theologie in Neuendettelsau bei Nürnberg, in Wien und Marburg. Während des Vikariats absolvierte er Spezialpraktika in Telefon- und Klinikseelsorge. Nach seiner Ordination 1987 besetzte er – jeweils in Stellenteilung mit seiner Frau Ruth Lessing – zunächst eine Pfarrstelle in Alsfeld und wechselte zum 1. April 1990 an die Erasmus-Alberus-Gemeinde in Dreieich-Sprendlingen. Dort blieb er bis zu seiner Pensionierung zum 1. August 2021. Der Theologe ist geschieden und hat einen erwachsenen Sohn. Im Ruhestand zieht es ihn zurück in sein Geburtshaus in Weiden in der Oberpfalz.

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