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    Langen / Rodgau

    Leben und Sterben Bonhoeffers als szenisches Stück

    shutterstock.com/rook76

    Ein besonderes Theaterangebot machen die Evangelische Kirchengemeinde Langen und die Evangelische Emmausgemeinde Jügesheim am 19. und 20. November: Das Stück „Die Nacht von Flossenbürg“ zeigt an beiden Abenden Szenen aus dem Leben und Sterben Dietrich Bonhoeffers.

    Die Vorführungen beginnen am Freitag, 19. November, um 19 Uhr im Petrus-Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Langen, Bahnstraße 46, und am Samstag, 20. November, um 18 Uhr in der Evangelischen Emmausgemeinde Jügesheim, Rodgau, Berliner Straße 2. Der Eintritt ist frei – um eine Spende wird gebeten.

    Einen Tisch und zwei Stühle. Mehr braucht es nicht für das "Theater in der Kirche". Spielfläche ist der Altarraum, die Zuschauer sitzen in den Kirchenbänken. Als Stück „für den Kirchenraum“ hat Autor Karlheinz Komm sein Werk „Die Nacht von Flossenbürg“ konzipiert. Der Titel lässt erahnen, dass es keine leichte Kost wird. Denn Flossenbürg – eine Gemeinde in der nördlichen Oberpfalz – hat vor allem durch den Standort eines Konzentrationslagers im Dritten Reich traurige Bekanntheit erlangt. Genau dort spielen sich auch weite Teile des Stücks ab. Genauer gesagt: in einer Zelle im Todestrakt.

    Fiktiver Bericht aus der Todesnacht Bonhoeffers

    Mit „Die Nacht von Flossenbürg“ hat Autor Karlheinz Komm eine dramatische Szenenfolge geschaffen - einen fiktiven Bericht über die Todesnacht Dietrich Bonhoeffers. Was sich vom 8. auf den 9. April 1945 in der Zelle des KZ Flossenbürg zugetragen hat, in der Bonhoeffer auf seine Hinrichtung wartete, ist nicht bekannt. „Wir können nur fragen: 'Wie könnte es gewesen sein?'“, so der Autor. Rückblenden zeigen in der Inszenierung einige Stationen auf Bonhoeffers letztem Weg.

    "Eine Biografie für die Bühne? Nein! Wir wollen neugierig machen auf Bonhoeffer", sagt Rolf Wenhard. Der ehrenamtlich Aktive der Emmausgemeinde und Theater-Enthusiast hat die beiden Abende mitorganisiert. Das Stück greift Bonhoeffers Einstellung zum Leben und zum Tod auf, auch sein Verantwortungsgefühl den Menschen gegenüber, aus dem heraus er vom bekennenden Christen und Menschenrechtler zum aktiven Verschwörer wurde.

    Stück von brennender Aktualität

    „Eine ungeheure Aktualität“ hat das Stück für Regisseur Jürgen Peter und sein Ensemble. Eine Aktualität, „die es noch gar nicht hatte, als wir gesagt haben, dass wir das Stück spielen wollen“. Eine Aktualität, verliehen „durch die politischen Verhältnisse in Deutschland seit dem Aufkommen der AfD und der rechten Szene“. Das braune Regime von 1933 bis 1945 weise große Parallelen auf zu dem, was heute abgehe, meint Peter. Peter hofft, dass das Stück dem Zuschauer den Spiegel vorhalten kann, wenn es um den Umgang mit nationalistischen Tendenzen gehe.

    Bei alledem geht es dem TIK aber gar nicht vorrangig darum, den Zuschauer betroffen zu machen. Zunächst war es der Reiz des Stückes, es umzusetzen und mit einer kleinen Besetzung abendfüllendes Theater auf die Beine zu stellen. Erst im Laufe der Arbeit sei der Truppe richtig bewusst geworden, "was sich zurzeit um uns herum abspielt an neobraunem Tagesgeschehen“, sagt Regisseur Peter wörtlich.

    „Theater gegen das Vergessen“

    „Wir werden nicht alle Leute erreichen,“ erklärt er. Aber der Wunsch sei doch, zumindest einem Prozentsatz der Zuschauer die Augen zu öffnen und bewusst zu machen, dass der nationalistische Weg nicht der richtige sei. „Theater gegen das Vergessen“ – ein Begriff, der für das TIK und Jürgen Peter eine wichtige Rolle spielt: „Wenn es den Begriff nicht schon gäbe, müsste er für dieses Stück erfunden werden.“

    Die unsagbaren Dimensionen der NS-Verbrechen hatten Bonhoeffer zum Äußersten getrieben. Der evangelische Pfarrer hatte den Tod Hitlers befürwortet, aber unterstrichen, dass dies gegen das Gebot Gottes verstoße, wofür er zu büßen bereit sei. Im „festen Glauben an ein neues Sein nach dem Tode, wie immer es auch aussehen mag“, wartete er auf seine Henker.

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