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    „Vatersland“ in der Filmreihe

    Die Nachkriegszeit aus weiblicher Perspektive

    Adobe Stock, #136677626, © Nordreisender

    Der autobiografisch gefärbte Spielfilm „Vatersland“ ist als nächster Beitrag der aktuellen Filmreihe am Mittwoch, 19. Oktober, um 20 Uhr zu sehen. Seit dem Spätsommer werden einmal im Monat jeweils mittwochabends im Sprendlinger Viktoria-Kino (Offenbacher Straße 9a) Filme zum Thema „Aufbruch“ gezeigt.

    Filmverleih

    In ihrem ersten Spielfilm verarbeitet Dokumentarfilmerin Petra Seeger ihre eigene Vergangenheit als heranwachsendes Mädchen in einer von Männern dominierten Nachkriegsgesellschaft. Ihr Alter Ego ist Filmemacherin Marie, gespielt von Margarita Broich. Die Endvierzigerin steckt in einer Schaffenskrise. Als eines Morgens eine Kiste voller Fotos und Filmaufnahmen aus ihrer Kindheit vor der Tür steht, locken diese Marie auf eine emotionale Zeitreise in ihre eigene Kindheit und Jugend der 50er und 60er Jahre. Es sind die Hinterlassenschaften des Vaters, eines passionierten Fotografen.

    Geschlechterrollen im Nachkriegsdeutschland

    Die Regisseurin versenkt sich in das Material und stellt fest, dass sie durch den väterlichen Blick ihre eigene Realität und die einst erlebten Traumata nicht abgebildet findet: Den frühen Tod der Mutter, die Überforderung des Vaters und seine Versuche, sie in die Mutterrolle zu drängen sowie die Abschiebung ins katholische Mädcheninternat. Eine Jugend, geprägt von Rebellion gegen den Muff der Nachkriegsjahre und gegen eine Gesellschaft, die von Mädchen vor allem eines erwartet hat: Hübsch in die Kamera lächeln, aber keinesfalls selbst Regie führen!

    Der weibliche Blickwinkel

    „Vatersland“ ist großes Erinnerungskino über das Trauma einer ganzen Generation. Scharfsichtig, feministisch und zugleich ungemein unterhaltsam und humorvoll. Der Film feierte am 3. Oktober 2020 beim Film Festival Cologne seine Premiere und kam am 10. März 2022, in der Woche des Weltfrauentags, in die deutschen Kinos.

    Beispiele für unterschiedliche Aufbrüche

    Bis zum März kommenden Jahres erwartet die Zuschauenden ein bunter und spannender Mix aus Geschichten von politischen Aufbrüchen ebenso wie solche in ferne, fremde Länder oder auch völlig neue Lebensumstände. Ausgewählt wurden die Werke gemeinsam von Karin Siegmann, Frauenbeauftragte der Stadt Dreieich, Frank Dörner, Susanne Hormel und Angelika Köhler von der Volkshochschule Kreis Offenbach sowie von Sandra Scholz, Pfarrerin für Gesellschaftliche Verantwortung und Ökumene im Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau.

    Tickets möglichst online buchen

    Der Eintritt beträgt acht Euro auf allen Plätzen, bei Überlänge ein Euro Aufschlag. Interessierte werden gebeten, Eintrittskarten möglichst vorher online zu buchen unter www.viktoriakino.de/programm. Nach dem Klick auf die Uhrzeit erscheint der Sitzplan und die Plätze können ausgewählt werden. Es gibt auch Karten an der Abendkasse.

    Einlass ist ab 19:30 Uhr, Filmbeginn um 20 Uhr, stets mit einer kurzen Einführung. Jeweils zweimal zwei Karten pro Vorstellung werden im Vorfeld von der Offenbach Post verlost.

    Die Filmreihe ist eine Kooperation des Frauenbüros der Stadt Dreieich mit dem Evangelischen Dekanat Dreieich-Rodgau und der Volkshochschule Kreis Offenbach. Die Veranstalter weisen darauf hin, dass der Veranstaltungsort kurzfristig ins Sprendlinger Rex-Kino verlegt werden kann, falls die Corona-Situation das Einhalten größerer Abstände erfordert. Interessierte finden jeweils aktuelle Informationen auf den Webseiten der Kooperationspartner oder in den Medien.

    Weitere Informationen:

    Frauenbüro der Stadt Dreieich
    Karin Siegmann
    Telefon: 06103 / 601-960

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