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    Aufbruch in den Westerwald

    Dekanat Vorderer OdenwaldPfarrer Stefan Thomanek verlässt die Kirchengemeinde Schaafheim.

    Sein ursprünglicher Plan war, mit 50 etwas Neues anzufangen. Jetzt wird es etwas früher: Nach neun Jahren verlässt Pfarrer Stefan Thomanek die Kirchengemeinde Schaafheim. Seine Familie und ihn zieht es einmal quer durch die hessen-nassauische Kirchenrepublik – nach Rückeroth im Westerwald.

    Stefan Thomanek sitzt entspannt im roten Ohrensessel im Gemeindehaus und erzählt. Die Videokamera läuft. Leon Regenbrecht bedient sie, ein junger Ehrenamtlicher, der demnächst sein Freiwilliges Soziales Jahr in Schaafheim und im Evangelischen Dekanat Vorderer Odenwald absolvieren wird. Die roten Sessel, die digitalen Medien – Zeichen der Veränderungen in der Kirchengemeinde Schaafheim, an denen Pfarrer Stefan Thomanek beteiligt war. Umbrüche, neue Wege, davon hat der 45-Jährige einige in seinem Lebenslauf.

    Ausschlaggebend für seinen Wechsel von Schaafheim in den Westerwald ist letztendlich, dass das gemietete Haus, in dem die Familie in Mosbach wohnte, verkauft wird. Trotz intensiver Suche fand sich keine geeignete Bleibe in Mosbach oder Radheim. Ein Freund gab Stefan Thomanek schließlich den Tipp mit der Stelle in Rückeroth. Die Gemeinde versteht sich als Missionsgemeinde, die zu Menschen Beziehungen aufbauen und für den Glauben gewinnen will. „Der Missionsbefehl ist für mich zentral“, sagt er, „Menschen in die Begegnung mit Gott zu bringen, ist die Kernaufgabe von Kirche.“ Das brachte Stefan Thomanek auch von seinem ursprünglichen Plan ab, erst mit 50, wenn die Kinder (9 und 6) die Grundschule fertig haben, zu wechseln. Bis 20. Juni ist er noch im Dienst, dann hat er Urlaub, am 5. Juli wird er verabschiedet. Der Kirchenvorstand ist mit Pröpstin und Kirchenleitung im Blick auf eine baldige Nachfolge im Gespräch.

    Theologiestudium über Umwege
    Über Umwege kam Stefan Thomanek ins Pfarramt. Aufgewachsen ist er in Obertshausen als Sohn einer Bauersfrau und eines Fabrikarbeiters. Kirche und Glauben spielten in der Familie keine Rolle – bis die ältere Schwester den Konfirmandenunterricht besuchte. „Ich habe gemerkt, da war etwas anders geworden, ich wusste nicht, warum.“ Seine eigene Konfirmandenzeit wurde zur „Begegnung mit dem Glauben“. Als sechs- oder siebenjähriger Junge hatte er begonnen, Fußball zu spielen mit großer Leidenschaft und Talent und Aussicht auf eine Profi-Laufbahn. In der Jugend gerieten Kirche und Sport zunehmend in zeitliche Konkurrenz – und Stefan Thomanek entschied sich für die Kirche. Eine Situation ist ihm besonders im Gedächtnis: Als er zum ersten Mal in den Jugendkreis wollte, kam er zu spät vom Training und traute sich nicht in den Raum. So schickte er ein kurzes Stoßgebet, dass er nicht mehr wieder komme, wenn ihn nicht innerhalb von 30 Sekunden jemand hole. Da kam ein Mädchen um die Ecke, das auch zu spät war und ihn mit hineinnahm. „Ich brauchte ganz oft Anschubser von außen, mittlerweile denke ich, das sind keine Zufälle“, sagt der Pfarrer.

    Stefan Thomanek begleitete Jugendfreizeiten, brachte sich bei der Hausaufgabenbetreuung ein, leistete nach dem Abitur seinen Zivildienst in einer christlichen Einrichtung. Er wurde Prädikant, machte Jugendkreisarbeit und absolvierte eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann in Dietzenbach.

    Youtube-Kanal der Kirchengemeinde Schaafheim

    Vikariat in Pommern
    Irgendwann ging es beruflich und privat nicht weiter: Eine Beziehung war gescheitert, im Job war er unglücklich. Zeit für einen Neuanfang? Stefan Thomanek versuchte mit Hilfe eines Psychologen, der ehrenamtlich in der Gemeinde tätig war, herauszufinden, was er will. Das Ergebnis: ein Theologiestudium. Er studierte erst in Oberursel, dann in Marburg und schließlich in Münster (Westfalen). Er lernte über die Jesus-Bruderschaft Pfarrer Karl-Heinz Michel kennen, der damals im Kloster Volkenroda war und sein Mentor wurde. Dieser riet ihm zur Uni Greifswald. Thomanek folgte dem Rat, wohnte bei einem pommerschen Landpfarrer und erlebte die kirchliche Realität auf dem Land in einer Gegend, in der es „mehr Gebäude als Gemeindeglieder gibt“. Er lernte seine Frau kennen, machte sein Gastvikariat in Pommern, Sohn David wurde geboren.

    Nach dem Vikariat bot die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) ihm eine Stelle im Odenwald oder in Schaafheim an. Er entschied sich für Schaafheim. „Am Anfang musste ich ganz schön schwimmen“, sagt Stefan Thomanek. Er kam aus einer Dorfkirche in eine Kirche mit Tradition und über 3000 Gemeindegliedern. Und war alleine, denn der zweite Pfarrer Stefan Hucke wechselte alsbald nach Darmstadt. Mit Christoph Baumann kam 2012 wieder ein zweiter Pfarrer, der 2016 nach Butzbach ging. Seit 2017 ist Marcus David da. Mit ihm sei es eine „wunderbare Ergänzung“ und passt gut zu dem Konzept, in der Gemeinde gabenorientiert zu arbeiten – also nach Neigung und Fähigkeiten. Die Gemeinde setzt verstärkt auf digitalen Medien, die auch im neuen Gottesdienstformat „Lichtblicke“ und in den von Thomanek neu konzipierten Taufgottesdiensten genutzt werden. Die wird er vermissen, ebenso wie die Arbeit mit den vielen jungen Leuten, die guten persönlichen und ökumenischen Beziehungen und den Ausblick auf das „einzigartige Ensemble“ von Kirche und Pfarrhaus. „Das waren tolle Zeiten.“

    Am Sonntag, 5. Juli, 14 Uhr, wird Stefan Thomanek mit einem Open-Air-Gottesdienst in Schaafheim verabschiedet.

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